Geschichte

Die Figur des Soldaten, welcher mit der rechten Hand ein Schwert hält und auf dem linken Arm ein Kind trägt, stellt den Befreier dar. Er zertritt unter seinem Stiefel das Hakenkreuz.
Die Darstellung des Kindes, eines kleinen Mädchens, hat eine bewegende Geschichte:

  • Sergeant Nikaloj Iwanowitsch Maasalow fand dieses Kind beim Sturm auf die Reichskanzlei in den letzten Kämpfen um Berlin. Er trug es auf dem Arm bis zur Potsdamer Brücke, verbarg es dort und rettete ihm somit das Leben.
  • Im Angedenken an diese Geschichte und der großen Symbolträchtigkeit dieses Ereignisses wurde die Bronzefigur nach dem Vorbild des sowjetischen Soldaten erschaffen.
  • Bedeutsam war das Ehrenmal für die politische Darstellung der DDR, die Sowjetunion war Bruderland der Deutschen Demokratischen Republik. Die Symbolik bestand in der Beschreibung und Mahnung der sowjetischen Brüder in ihrem Heldentum, in der Vaterlandsliebe bis hin zum Tod und darin, dem Kampf nachzufolgen. Bezeichnend für die Entstehung und die Geburt eines neuen Deutschlands aus Not und Krieg ist die Einbeziehung des Kindes.

Das Ehrenmal war zentrales Mahnmal und stets präsenter Mittelpunkt. Die Einweihung des Ehrenmals vollzog im Mai 1949, dem vierten Jahr nach Kriegsende, Otto Grotewohl, der Vorsitzende der SED und späterer Ministerpräsident der neu gegründeten DDR. In seiner Einweihungsrede dankte er der Sowjetarmee mit ergreifenden Worten und legte das Gelöbnis ab, für Frieden, Sozialismus und Demokratie aller Proletarier der DDR zu kämpfen. Zum vierzigsten Jahrestag des Kriegsendes veranstaltete die FDJ einen Fackelzug am Treptower Ehrenmal.

Das sowjetische Ehrenmal in der Treptower Heide wurde auf Briefmarken des DDR Staates abgebildet, eine Sondermarke mit einer entsprechenden Prägung wurde zum vierzigsten Jahrestag der DDR herausgegeben. In einem Kinderbuch wurde über die Geschichte des Ehrenmals und seiner Helden berichtet. Nach Eröffnung der Berliner Mauer finden heute kaum noch Aufmärsche und Fackelumzüge statt.